Was kann man in Krafla sehen und erleben?
1. Den Víti-Krater bestaunen
Víti bietet den eindrucksvollsten Ausblick in Krafla. Der Krater entstand bei einer phreatischen Explosion Anfang des 18. Jahrhunderts. Kaum steigen Sie aus dem Auto, riecht die Luft nach Schwefel, und der Boden knirscht unter den Füßen. Gehen Sie am Rand entlang und blicken auf ein blassblaues, fast undurchsichtiges Wasser, das einen starken Kontrast zu den roten und ockerfarbenen Felswänden bildet. Bei Windstille herrscht eine völlige Ruhe, die nur vom Wind unterbrochen wird, der aus dem Krater hochzieht.
Der Weg ist kurz, kann nach Regen oder zu Beginn der Saison aber rutschig sein. Nehmen Sie sich Zeit und bleiben Sie auf den Pfaden - der Boden hier lebt, ist empfindlich und manchmal warm. Das Erlebnis hier begeistert vom ersten Moment an, auch ohne lange Wanderung.
2. Durch die Fumarolen von Leirhnjúkur spazieren
Leirhnjúkur vermittelt das seltene Gefühl, sich inmitten einer Landschaft zu befinden, die sich gerade selbst erschafft. Ein gut ausgeschilderter Weg führt Sie durch noch junge Lavafelder, die wirken als wären Sie aus geschmolzenem Metall entstanden. Je weiter Sie gehen, desto ursprünglicher wird die Szenerie: Risse im Boden, gluckernde Schlammstellen und dampfende Rauchschwaden. Der Geruch ist deutlich mineralisch, und manchmal spüren Sie Wärme durch die Schuhsohlen aufsteigen.
Hier zeigt sich die Kraft der Krafla, geprägt von den Eruptionen der 1970er und 1980er Jahre. Bleiben Sie unbedingt auf den Stegen und Wegen, abseits davon ist der Boden instabil. Ganz besonders beeindruckend ist das Licht am späten Nachmittag und frühen Abend.
3. Die Lavafelder und die Spalten von Krafla entdecken
In Krafla finden sie ein Labyrinth aus verschiedenen Texturen: glatte Platten, schlangenförmige Ströme und zerklüftete Lavablöcke. Von den Parkplätzen aus führen kurze Wege auf eine einfache Tour, ideal um Details zu beobachten: leuchtend grüner Moosbewuchs, schwammartige poröse Steine und Kristalle, die das Licht einfangen. Man schreitet langsam, fast als würde man über eine Skulptur wandeln, sucht nach Bruchlinien und kleinen Kratern.
Ein guter Tipp ist, frühmorgens vorbeizukommen, wenn es ruhig ist und die Farben besser zur Geltung kommen. Klettern Sie nicht auf instabilen Rändern und nehmen Sie keine Steine mit - diese Landschaft gilt es zu bewahren.
4. Die Bedeutung der Geothermie-Anlage verstehen
Die Krafla-Anlage erzählt vom modernen Island, das seine Häuser mit Hitze aus dem Untergrund versorgt. Auch ohne ausführliche Führung lohnt sich ein Stopp: Rohrleitungen, weißer Dampf und schwarze Berge ringsum sorgen für einen starken Kontrast. Sie sehen, wie die Dampfschwaden in die kalte Luft steigen, und erleben hautnah, wie diese lokale Ressource zur Energiegewinnung genutzt wird. Hier erfahren Sie alles über Geothermie, Ausgleich und das Leben mit Vulkanen.
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5. In den Mývatn Nature Baths baden
Nur wenige Minuten von Krafla entfernt liegen die Mývatn Nature Baths, die sich perfekt für ein erholsames, warmes Bad nach einer Wanderung eignen. Lassen Sie sich in das milchig-blaue Wasser gleiten, begleitet von dem leichten Mineralgeruch und Dampf, der über dem Horizont schwebt. Rundherum erstreckt sich das vulkanische Hochplateau, und der Nordwind kühlt Ihr Gesicht, während Sie im warmen Wasser entspannen. Der Wechsel zwischen warm und kalt ist ein besonderes Erlebnis, besonders in der Dämmerung.
Besuchen Sie die Bäder abends, um den Andrang zu vermeiden, oder außerhalb der Saison, wenn sie absolute Ruhe haben möchten. Vor dem Baden ist Duschen Pflicht, und Schmuck sollte Sie ablegen - Schwefel mag keine Metalle.
Unsere Tipps für den Besuch von Krafla
Kann man Krafla besteigen und wie schwer ist der Aufstieg?
Ja, man kann den Krafla besteigen, aber es handelt sich dabei nicht um eine alpine „Besteigung“. Das Gebiet ist leicht mit dem Auto erreichbar, danach können Sie auf den markierten Wegen zu Fuß weitergehen. Der Weg hat einen geringen bis mittleren Schwierigkeitsgrad, abhängig von Wind, Regen und teils schlammigen oder schneebedeckten Stellen.
Vor Ort ist eines ganz besonders beeindruckend: der starke Schwefelgeruch. Schwefelgeruch, warme Erde, zischende Fumarolen und milchige Seen liegen rund um Víti. Je nach gewählter Route dauert die Wanderung 30 Minuten bis 2 Stunden, Höhenunterschiede gibt es kaum, aber der Untergrund ist uneben. Nutzen Sie gute Schuhe, eine wasserdichte Jacke und seien Sie vorsichtig. Bleiben Sie auf den Wegen, manche Erdschichten sind rutschig und der Boden kann sehr heiß sein.
Kann man in Krafla wandern?
Ja, Wandern in Krafla ist eine der schönsten Arten, den Vulkan zu erleben. Rund um die Krater und Lavafelder laufen Sie zwischen dampfenden Fumarolen, noch warmen schwarzen Steinen und schwefeligem Duft, mit mondähnlichen Ausblicken auf Nordisland.
Die am besten zu erreichenden Routen liegen um Leirhnjúkur, Víti und die geothermischen Zonen, es handelt sich meist um kurze bis mittlere Rundwege von 1 bis 3 Stunden mit wenig Höhenunterschieden, aber unebenen, nach Regen rutschigen Pfaden. Die beste Zeit ist von Juni bis September, dann ist der Schnee geschmolzen und die Wege sind einfacher zugänglich. Wanderschuhe sind Pflicht. Bleiben Sie auf den ausgeschilderten Wegen.
Von wo aus kann man Krafla beobachten?
Am besten lässt sich Krafla vom geothermischen Gebiet Leirhnjúkur aus beobachten, etwa 10 Autominuten von Reykjahlíð entfernt. Folgen Sie den Stegen und markierten Wegen, wandern Sie zwischen pfeifenden Fumarolen, gluckerndem Schlamm und noch warmen schwarzen Felsen. Für einen besseren Ausblick spazieren Sie auf die kleinen Hügel rund um das Lavafeld - vor Ihrem Auge sind die Lavaflüsse und im Hintergrund der Mývatn-See zu sehen.
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